Törnbericht Gruppenreise als Beispiel

Als Beispiel möchten wir hier mal einen Törn mit"verfolgen" und beschreiben. Damit Vorstellungen entstehen können, wie so eine Segeltour aussehen kann. Wir sind diesen Törn im Sommer 2010 gefahren, acht Tage mit einer Gruppe junger Erwachsener. Organisiert wurde die Freizeit durch den Christlichen Technikerbund – meinen Dank, dass ich Euren Törn stellvertretend mal herausgreifen darf!
In diesen acht Tagen sind wir mit dieser Gruppe von Helsingör nach Rostock gefahren; und es waren acht sehr ereignisreiche Tage, in denen viele tolle Erlebnisse und sehr unterschiedliche Segelerfahrungen steckten. Darum eignet sich gerade dieser Törn so gut, hier einmal beschrieben zu werden.
Natürlich ist jede Gruppe anders, jedes Wetter, jeder Hafen, jede Küste – das ist ja das Einmalige am Segeln. Aber vielleicht ist es mal ganz nett, über einen „Beispieltörn“ zu hören:

Tag 1

Direkt unter Hamlets Balkon...
Die Zitadelle von Landskrona

Helsingör in Dänemark, westliche Küste des Öresunds. Wir sind mit einer Gruppe hierher gesegelt (7 Tage), nun soll es in acht Tagen wieder nach Süden, nach Rostock gehen. Die „De Albertha“ liegt malerisch direkt unterhalb der Festung ‚Kronsborg’, das shakespearische Hamletschloss. Alles ist bereit, die neuen Gäste an Bord zu nehmen.
Der Bus biegt auch, fast auf die Minute pünktlich, in den Hafen ein. Es ist immer spannend, die „Neuen“ ankommen zu sehen und zu wissen, dass diese unbekannten Gesichter bald die vertraute Mannschaft darstellen werden.
Kistenweise werden in Kette Taschen und Lebensmittel von Mann zu Mann (bzw. von Frau zu Frau) gereicht und das Schiff bezogen. Anschließend sind noch drei Stunden Zeit, sich die malerische Altstadt von Helsingör anzusehen.
Um 16 Uhr ist dann Treff an Bord und Einführung der Gruppe. Vorstellungsrunde (wir bemühen uns, vierundzwanzig Namen in zwanzig Minuten zu lernen) und Einiges zum Verhalten und zur Sicherheit an Bord.
Wir schaffen es, um 17:30 Uhr mit allem durch zu sein und beschließen, noch ein Stück zu segeln, um ‚los zu kommen’ und Seeluft zu schnuppern.
Eigentlich nur mal eben über den Sund nach Helsingborg – aber der Hafen hat keinen Platz für uns – und so denn also doch ein etwas längeres Stück nach Landskrona. Dort liegt man sehr fein, ziemlich zentral in der Stadt, an nagelneuen Stegen, neben der alten Zitadelle. Besonders in der Dämmerung immer einen schönen Spaziergang wert. Nach der ersten Ankommenszeremonie („Willkommen in…“ und gemeinsames „Ausrasten“) und gemeinsamem Abendessen ist dafür auch noch genügend Zeit.

Tag 2

10 Knoten im Öresund
Die Felsküste von Stevens Klint

bringt jede Menge Wind aus Nord. Nach dem Gruppenfrühstück knoten wir also zunächst einmal zwei Reffs (Segelverkleinerungen) ins Großsegel, dann kann es los gehen. Mit bis zu zehn Knoten schießen wir den Öresund hinunter. Vorbei an der ehemaligen Festungsinsel „Flakfortet“ und über den Sundtunnel, vorbei an Kopenhagen, Dragör und der Landspitze von Amager. Eigentlich ist unser Ziel die Stadt Koge, aber der Wind hat mittlerweile auf Nordwest gedreht, und so beschließen wir, vor den Felsen von Stevens Klingt zu ankern. Mit ihren über dreißig Metern Höhe sind diese Felsen nicht ganz so imposant, wie Möns Klingt, aber es ist eine schöne, wildromantische Küste hier. Der weiße Stein lässt das Wasser kristallgrün schimmern, und die Luft ist klar und weit.
Zunächst einmal müssen, wie jeden Tag, die Segel gemeinsam gepackt werden. Vor Anker ist es besonders wichtig, dass an Deck alles gut aufgeklart (aufgeräumt) ist. Anschließend sind noch zwei Stunden Zeit bis zum Abendessen. Die Gruppe trifft sich in der Messe zum täglichen Bibelgespräch, welches fester Teil der vom Christlichen Technikerbund geplanten Segelfreizeit ist, während wir mit unserem Bordhund „Chica“ ins Beiboot steigen, zum Land fahren und ‚Gassi gehen’.
Beim Abendessen wird dann gemeinsam der Wachplan für die Nacht aufgestellt: Beim Ankern muss immer eine Zweiergruppe Wacht halten und Position und Ausrichtung des Schiffes sowie das Wetter überwachen, damit alle anderen ruhig schlafen können.
Schon früh kommt der Mond heraus und taucht die Kreidefelsen und unsere ankernde „Albertha“ in sein gelbliches Licht – es ist eine unglaubliche Kulisse.

Abends alle geminsam: Segel packen!
Die dritte Ankerwache, 00-01 Uhr

Tag 3

Ein wenig Segeltheorie an Deck

Um acht Uhr endet die letzte Wache und alle treffen sich zum Frühstück. Der Wind ist mittlerweile komplett eingeschlafen, und das Meer liegt glatt und funkelnd in der Morgensonne. Die Nachtwache hat viele bleibende Eindrücke hinterlassen (besonders die Schicht, die die Dämmerung und den Sonnenaufgang erlebt, hat natürlich das beeindruckendste Erlebnis, aber auch auf alle anderen übt die Stille auf dem Meer und die Nacht um einen herum stets eine große Faszination aus), und die Wachliste ist auch sehr verlässlich geführt worden.
Nun wollen wir den Ankerplatz gern ohne Motorunterstützung verlassen – ganz auf traditionelle Segelart. Dazu muss das ziemlich komplizierte Manöver ausgiebig besprochen werden. Viele Dinge müssen in einem exakten Zeitablauf geschehen, um zu erreichen, dass sich der Anker löst, das Schiff dreht und schließlich auf den geplanten Kurs kommt.
Alles funktioniert wie am Schnürchen, das Manöver gelingt auf Anhieb, und langsam nimmt unsere „Albertha“ Fahrt auf.
Bei wenig Wind ist genügend Zeit, um an Deck noch ein wenig Segeltheorie mit den interessierten Gästen zu machen. Wie funktioniert Segeln eigentlich? Warum kann ein Schiff schräg gegen den Wind fahren? Wie erkenne ich die richtige Segelstellung? Welcher Kurs ist am schnellsten?... und so weiter… Auch ein Badestopp ist noch drin.
Ansonsten verbringen alle die weiteren Stunden an Deck. Schlafen, spielen, ein gutes Buch lesen, nette Gespräche führen, das Essen vorbereiten oder sich mit uns hinten um die Schiffsführung kümmern (Positionen in Seekarte, Peilungen nehmen, steuern, die Instrumente lesen…).
Gegen Nachmittag erreichen wir die Kreidefelsen von Mön. Bis zu siebzig Meter ragen die imposanten weißen Klippen aus dem Meer. An Bord gibt es einen Imbiss und alle sitzen an Deck, löffeln leckere Suppe und schauen andächtig zum Kap hinüber.
Der Segeltag endet dann in Klintholm, einem kleinen Hafen westlich der Klippen. Bei untergehender Sonne gehen die meisten noch an den Strand und baden.

Lesen, quatschen, spielen, schauen...
Imbiss vor großer Kulisse

Tag 4

Die Kreidefelsen von Mön
Simone unser Rudergänger

 Jetzt ist der Wind total weg. Kein Lüftchen regt sich. Da es oft so ist, dass dann erst ab Mittag wieder die erste Brise aufkommt, macht die Gruppe heute einen ‚Landvormittag’. Ganz kurzfristig gelingt es uns noch, einen Linienbus zu den Kreidefelsen zu organisieren („Lauft Leute, das schafft Ihr noch, Sabrina hält den Bus auf!“) – die sind auch wirklich mindestens einen halben Tag wert. Alle sind begeistert bei der Rückkehr, das hat sich voll gelohnt. Wir, die Schiffsbesatzung, haben den freien Vormittag für einige Arbeiten an der „Albertha“ genutzt.

Tatsächlich kommt gegen 13 Uhr ein kleines Windchen auf und wir können lossegeln. Mit immerhin zwei Knoten (2 Seemeilen pro Stunde) geht es in Richtung Süden, auf den Grönsund zu. Gemächlich zieht die Küste an uns vorbei, 25 Grad, knallblauer Himmel – ein toller Tag! Da bleibt viel Zeit, um mal die Gäste ans Ruder zu lassen. Das will auch erst geübt sein, macht dann aber richtig Spaß.
Zwischendurch sitzen alle gemeinsam an Deck, im Schatten des Großsegels, und führen das Bibelgespräch. Anschließend nehmen wir kurz mal die Segel runter und legen eine Badepause auf offener See ein. Unser Hundemädchen „Chica“ (die übrigens nur bei einigen Törns an Bord ist) will auch so gerne ins Wasser. Sie steht bellend an der Reling und wir überlegen, wie wir sie wohl vom Schiff aus in die Ostsee bekommen. Schließlich kommen wir auf die Idee ihr die Hunderettungsweste anzuziehen und sie mit einem Seil abzulassen. Das findet Chica dann auch richtig cool und paddelt einige Runden, bis wir sie wieder raus ziehen. Eine Abkühlung findet eben jeder gut.

In den frühen Abendstunden verlässt uns dann der Wind wieder, und wir müssen die letzten Meilen im Grönsund, in den Hafen von Stubbeköbing, doch noch unter Motor laufen.
Stubbeköbing ist ein kleiner, geschützter Hafen direkt am Sund. Von hier sieht es aus, als wären wir in einem Fluss unterwegs. Sehr lieblich.
Aus der Küche riecht es bald nach leckerem Fisch. Alexander, dem Leiter der Gruppe, ist es gelungen, in Klintholm, direkt bei einem Fischer, frische Scholle zu kaufen. Nach einigen Anrufen bei Fischexperten ist es auch gelungen, die Biester zuzubereiten und es gibt Schollenfilet aus der Pfanne – lecker!!!

Badepause mit Hund
Alexander-production proudly presents: The fish!

Tag 5

Morgens: Gemeinsames Frühstück ...
... abends: Spielcasino

08:30 ist als Frühstückszeit abgemacht. Wie gewohnt schallt das Lied „Guten Morgen, guten Morgen…“ aus der Messe (Ritual auf der „De Albertha“) und ruft zu Tisch. Das Frühstück ist der gemeinsame Start in den Tag. Hier werden auch die ersten Dinge besprochen, die Seekarte studiert, der geplante Kurs abgesetzt. Anschließend, nach dem Frühstück, Segel auspacken, Gangway und Stromkabel weg, Großbaum ankurbeln etc. Mittlerweile kennt jeder die Jobs und es läuft wie ein gut geschmiertes Ölwerk. In 15 Minuten sind wir auslaufbereit.
Allerdings ist es mit dem Wind wieder ziemlich mau. Lediglich der Strom treibt uns mit 1,5 Knoten in die richtige Richtung. Es soll unter den beiden Brücken des Grönsundes hindurch nach Westen gehen. Wir sind fest entschlossen, zumindest die erste Brücke unter Segeln zu schaffen. Andauernd muss die Seite gewechselt werden, weil der kleine Windhauch sich einfach nicht entscheiden kann, aus welcher Richtung er blasen soll.
Dann kommt der mittlere Brückenpfeiler bedrohlich nahe. Es wird deutlich: Der Wind reicht nicht, um uns quer zum Strom vom Pfosten frei zu bekommen. Wenn wir jetzt nichts tun, dann treibt es die „Albertha“ quer vor den Pfeiler. Den Motor wollen wir aber nicht starten – wir haben ja seglerischen Ehrgeiz. Darum also wie früher: Zwei Mann ins Beiboot und an die Riemen. „Pullt Jungs, PULLT!“ Zunächst rudern Moritz und ich, dann lösen uns Lars und Basti ab. Und es gelingt uns tatsächlich, die schwere „Albertha“ zentimeterweise voran zu schleppen und um den Brückenpfosten herum zu bugsieren. Aus dem Bild kann man anhand der Ausrichtung des Klüverbaumes sehr schön sehen, wie quer wir unter der Brücke liegen. Muss ziemlich seltsam ausgesehen haben. Aber es ist ein Erlebnis, das ohne Motorkraft gelöst zu haben!
Zwei Stunden später ist der Wind dann wieder da und direkt mit einer Stärke 4. Jetzt ist es wieder echtes Segeln. Leider kommt mit dem Wind auch schlechteres Wetter, und zum Abend hin beginnt es zu regnen. Unser Ziel ist der kleine Hafen von Guldborg im Guldborgssund. Leider liegen an dem einzigen langen Steg, an dem wir anlegen können, bereits Sportyachten. Wir bitten freundlich, uns ein wenig Platz zu machen – was für die Yachten kein Problem wäre – aber das möchte keiner, man ist zu faul. Au mann, sind wir sauer! Wie schön könnte doch die Welt sein, wenn alle ein wenig mehr Rücksicht auf andere nehmen würden!
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als neben dem Hafen zu ankern. Bei Regen nicht unbedingt die schönste Variante.
Allerdings lassen wir uns von so etwas natürlich auch bestimmt nicht unterkriegen und aus der Messe wird schnell eine Spielhalle. Von Poker bis Viergewinnt, von Skat bis Halma ist alles vertreten. Nur der tägliche Abendspaziergang mit Chica, natürlich verbunden mit Fahrt im Beiboot (er heißt übrigens „Albert“) wird eine wirklich feuchte Angelegenheit.

Rudert Jungs, wir müssen die Brücke schaffen!
Geschafft, wir treiben quer durch.

Tag 6

"Na, Chica? Alles gut?"

Am nächsten Morgen ist der pure Sonnenschein zwar noch nicht zurückgekehrt, aber es regnet nicht mehr und die Temperaturen reichen schon wieder für ein morgendliches Bad – auch Chica verlangt es nach der Rettungswesten-Methode, wie man sieht.
Wieder geht es unter Segeln los vom Ankerplatz, jetzt haben ja schon alle ihre Segelpositionen im Griff und sind erfahrene Hasen – alles klappt wie am Schnürchen. Und es gelingt uns sogar, das schmale Fahrwasser durch den Sund komplett unter Segeln zu bewältigen („Schoten anziehen, wir luven an“…30 Sekunden später: „Schoten raus, wir fallen ab“…). Immer wieder umsteuern - grüne Tonne an Steuerbord, rote Tonne an Backbord. In der Mitte des Sundes liegen die Dinger so eng wie die "Albertha" breit ist - das passt mal so grade eben. Ab und zu setzt unser Schwert auf. Alle halten angestrengt mit Ausguck, es ist eine echtspannende Sache, zumal wir mit 5-6 Knoten unterwegs sind.

Es ist halt allerdings auch eine Menge Wind da und noch mehr in der Vorhersage. Wir überlegen deswegen, ob nicht jetzt schon die Überfahrt an die deutsche Küste ratsam wäre (wir wollen allen größere Wellen ersparen). Direkt raus aus dem Sund und dann über das 'große Wasser'.
Am Ende fällt aber doch die Entscheidung, dass es wohl jetzt schon ungemütlich werden könnte, und so laufen wir in den Hafen von Nysted ein. Mit Sicherheit einer der schönsten Häfen Dänemarks, umrahmt von Wald, den bunten Häusern des Städtchens und einem alten Schloss.

Grillen 100% - nur die Harten kommen in den Garten!

Bei unserer Gruppe steht Grillen auf dem Programm, und der Hafen hat auch eine gemütliche Grillstelle. Dunkle Wolken und ein paar Tropfen können niemand schrecken – wer ein echter Griller ist, den kümmert das Wetter nicht!
Als allerdings der Himmel so richtig seine Schleusen öffnet, fliehen wir doch ins Schiff und nehmen das Spielkasino wieder auf. Nur Alexander hält noch tapfer die Stellung am Grill – ein Hoch auf ihn – und bereitet Schokobanane für alle (Ach ja, die leckeren Milchshakes mit frischen Erdbeeren seien an dieser Stelle auch ausdrücklich (!) erwähnt!).

Tag 7

Das schöne Nysted. Schloss Aalholm

Wie angesagt weht ein steifer Wind aus West. Das bedeutet viel Wellen zwischen Nysted und der deutschen Küste. Das will niemand und wir haben ja auch noch Zeit, und so legen wir einen Pausentag ein.
Alle gehen im Ort ein wenig bummeln, dänische Hot-Dogs essen oder besichtigen den schönen, alten Schlossgarten von Burg Aalholm (das Schloss ist übrigens noch immer in Besitz und Gebrauch der Königsfamilie).
Beim Abendessen gibt es dann neue Wetterinformationen: Der Wind soll über Nacht nachlassen, morgen kann es also früh los gehen. Dementsprechend sollten wir auch früh ins Bett – aber alle sitzen noch länger beisammen: Es wird nämlich „Mord in Palermo“ gespielt (nur ich bin leider schon in der ersten Nacht ermordet worden – grausam!).

Tag 8

Abschleppdienst "De Albertha"
Schlaf nachholen unter Segeln
Bilbelgespräch am Strand

Der Wetterbericht hält Wort und nach dem Frühstück wird das Schiff vorbereitet und wir starten zügig – immerhin erwarten uns 35 Seemeilen.
Zunächst läuft auch alles gut. Der Wind kommt zwar aus der absolut falschen Richtung (aus Süden nämlich), aber wir sind guten Mutes, ihn durch aufkreuzen doch gut nutzen zu können. Dann allerdings, in den frühen Mittagsstunden, wird es immer ruhiger in der Luft und schließlich kommen wir kaum noch vorwärts. Leider verläuft hier aber eine der befahrendsten Schiffahrtsrouten der Welt (die Kadettrinne), und wir können es uns nicht leisten, herumzudümpeln und auf Wind zu warten. Es hilft nix: Der Motor muss dabei.
Nach zwei Stunden kommt ein kleines Segelboot in Sicht. An Bord eine einzelne Person, die wild winkt. Wir also hin. Es stellt sich heraus: Junger Mann, mit zwei befreundeten Schiffen unterwegs, er der letzte im Konvoi. Dann: Motorschaden. Da liegt es jetzt hier also rum, ohne Motor und ohne Wind. „Könnt ihr mich zufällig ein Stück Richtung Warnemünde schleppen?“ Wir nehmen den Guten natürlich an den Haken (bzw. ans Seil) und ziehen ihn mit.
Die Sonne ist jetzt komplett wieder da, alle dunklen Wolken haben sich verzogen. Die See liegt glatt da, am Horizont sind all die ‚dicken Pötte’ zu sehen, die hier so rumschippern. Unter Motor bleibt natürlich genügend Zeit für ein Nickerchen an Deck.
Als wir uns schon fast damit abgefunden haben, bis zum Ziel motoren zu müssen, kommt wieder Wind auf. Jubel! Also die Segel wieder hoch (hatten wir zum Glück noch nicht richtig eingepackt) und los geht es! Auch unser Havarist kann jetzt aus eigener Kraft weiter.
Wir erreichen Warnemünde ohne weitere Motorkraft und nehmen erst kurz vor der Einfahrt in die Warnowmündung die Segel herunter. Der Hafenmeister hat uns einen schönen Liegeplatz ‚am alten Strom’, nahe der kuscheligen Altstadt von Warnemünde und direkt neben dem Strand gegeben. So kann die Bilbelgesprächsrunde heute mal, bei Sonnenuntergang, am Strand stattfinden.
Am Abend wird noch eine Runde in Palermo gemordet (dieses Mal überlebe ich und kann zwei Mafiosi enttarnen) und ein wenig gemütlich beisammen gesessen. Letzter Abend an Bord.

Tag 9

Die Route Helsingör - Rostock

Nach dem Frühstück geht es ‚nur noch’ die Warnow hinauf bis in den Stadthafen von Rostock. Es muss noch geputzt werden, dann ist es Zeit für die Verabschiedung. Umarmung, Händedruck, Winken, einmal Augenwinkel wischen. Leute, Ihr wart wirklich eine supernette Truppe! Es hat Spaß gemacht! Ein toller Törn!